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Old 09.06.2005, 13:59   #1 (permalink)
gisu
Expert Mamber
 
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Nun ich habe mich einige Zeit nicht blicken lassen, gründe waren viel Arbeit und ein dickes Problem.

Ich führe jetzt seit vier Jahren eine Agentur mit mittlerweile knapp 70 Mitarbeitern weltweit (Branche SMS Chat nur falls fragen aufkommen) - Mambo und Co ist da mehr ein Hobby.
Nun man zahlt ja brav wie man ist viele Steuern angefangen von Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Vermögenssteuer und nebenbei noch die IHK Zwangsabgabe (nach der ich nie gefragt habe).
So war es gegen ende Letzten Jahres dann der Fall das mein größter Geschäftspartner pleite ging, so wurden die letzten Reserven aufgebraucht um die Mitarbeiter zu bezahlen. Ich war auch kurz davor alles hinzuschmeisen weil große Hoffnung sah ich halt nicht, aber ganz abmelden wollte ich mich dann auch nicht. Dennoch wird dem Finanzamt alles mitgeteilt das sich das einkommen jetzt verkleinert.

Irgendwann das war so gegen Januar bekommt man neue Geschäftsbeziehungen, ich konnte somit wieder loslegen meine Agentur auszubauen zu vergrößern. Bis zum vorletzten Monat ein Brief vom Gericht in meinem Briefkasten landete. "Eröffnung des Insolvenzverfahrens" - wegen 6000 € verbummelter Einkommensteuer. Klar hab ich vergessen zu zahlen konnte ich aber auch kaum zahlen da in der sauren Gurken Zeit meine Agentur auf Sparflamme (10 Mitarbeiter) weiterlief.
Also lassen wir die Hosen runter, und erzählen das sich der Umsatz in Zukunft wieder verbessert "Das interessiert uns nicht". Dann zum Finanzamt "Kann ich meine Steuerschulden abstottern mehr als 2000 € pro Monat sind nicht drin" "Nein entweder 90% des Betrags oder gar nicht"

Klar ich gehe in Insolvenz wenn mein Geschäft gerade wieder auf Touren kommt, vor allem für 6 Jahre? Aber mir waren erstmal die Hände gebunden da mehr Geld ich eben nicht auftreiben kann (auser ich würde Mitarbeiter um ihren Lohn prellen). Also kommt es wie es kommen muss man bekommt ein ekelhaften Anwalt als vorläufigen Insolvenzverwalter zu geteilt der sich als Gott aufspielt "Sie spielen ab sofort nach meinen Spielregeln".
Man wird wieder zum Finanzamt verwiesen und dann der erste Schock "Ihre Steuerschuld beträgt nach neuesten Schätzungen 15500 €", "Ich habe aber alle Voranmeldungen gemacht" "Bei uns liegt nichts vor" - Na super also alles nochmal von vorne was man eigentlich im Jahr zu vor alles schon erledigt hat.
In der Zwischenzeit lässt der Anwalt einem das Konto Dicht machen könnte ja sein das man sich nach Uganda absetzen will, das dumme war nur meine Mitarbeiter bekommen deswegen kein Geld. Aussage des Anwalts "Ihre Mitarbeiter sind vorläufige Insolvenzgläubiger sie bekommen somit kein Geld" - Klasse gute Mitarbeiter findet man selten und dann auch noch prellen.

Also musste meine Frau ihren Vater um Geld bitten damit wir die Mitarbeiter auszahlen konnten und das Geschäft somit am laufen halten.

Knapp eine Woche später kam dann die Berechnung der Steuer bei mir an, 6000 Euro - klasse. Also beim Finanzamt anrufen mitteilen das man zahlen will (es lagen zu der Zeit 10000 € auf dem Konto). "Das ist ja fein, dann machen sie das auch und wir....oh warten sie mal wir haben hier noch ihre fälligen Steuern von diesem Jahr das wären Umsatzsteuer, Vermögensteuer und Gewerbesteuer...rechne rechne noch mal 6000 €", da denk ich mir ob die mich alle verarschen wollen, das waren die ersten 3 Monate des Jahres klar die zieht man gleich mit weil sonst könnte die Insolvenz gleich platzen, allen drehte sich in dem Antrag der Insolvenz es sich nur um Steuerschulden des letzten Jahres und das nur Einkommenssteuer in der Höhe von 6000 €.

Nun das ganze Spiel ging bis zur letzten Woche, der Anwalt hatte meine Haus durchschnüffelt ich hatte schlaflose Nächte wo ich den Strick gesucht hab mit dem ich mich am besten gleich erhänge. Die 2000€ hab ich dann noch aufgetrieben um alles zu bezahlen.

Wenn ich mich zurückerinnere, ich hab bis zu diesem Ding zwar schon gewusst das Deutschland sich gerne auf Pragraphen beruft, aber in dem Ausmaß hab ich das noch nicht erlebt.
Da fängt der Laden gerade wieder an zu laufen, aber dann werden einem Steine in den Weg gelegt das einem schlecht wird, man steht immer kurz davor alles sauber über die Bühne zu bringen und schon kommt der nächste Hammer. Allen vorran will ich gar nicht wissen wieviel Steuern der Staat in den letzten vier Jahren durch mich eingenommen hat, zudem haben wir so manchem zukünftigen Hartz4'lern in die Selbstständigkeit verholfen.

Man muss sich nur die 6000 € in Verbindung mit einer sechs Jahre andauernden Insolvenz auf der Zunge zergehen lassen, wenn ich es drauf angelegt hätte hätten sie gar nichts bekommen und nach 6 Jahren könnten sie meine Schulden dann streichen (davon ab der Anwalt hat nichts davon, der Staat auch nicht) - rein wirtschaftlich mit einer portion gesundem Menschenverstand würde man doch ehr auf den Schuldner zugehen der bereit ist alles abzustottern damit er seinen Laden retten kann um dann in der Zukunft weiter Geld einzubringen.
Wenn ich mir überlege wieviel der Staat durch mich in den letzten vier Jahren durch eine Vielzahl von Steuern eingenommen hat da wird mir schlecht, zudem habe ich so manchem Mitarbeiter geholfen Hartz4 zu entgehen.

Ich hab früher anders gedacht über Firmen die ins Ausland abwandern, über Promis die ihr Geld lieber im Ausland horten. Nur wenn man es genau nimmt ich werds in Zukunft nicht anders machen, keine Lust mehr einen maroden Staat zu finanzieren der mir in keinster weise entgegenkommt.

Der Staat brauch sich echt nicht zu wundern, ich werd das selbige tun Hauptwohnsitz irgenwo im Ausland, Residenz vielleicht in Deutschland, die Firma wandelt sich in eine LTD von daher kann mich Deutschland bald an den Füssen fassen.
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